Familienrecht

Das Familienrecht ist ein Teilgebiet innerhalb des Zivilrechts, das eine rechtsgültige Basis für alle Angelegenheiten von Personen schafft, die in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander stehen. Es wird unter anderem zur Klärung der Rechtsverhältnisse im Falle einer Scheidung heran gezogen, um Themen wie Unterhalt für eheliche und leibliche Kinder oder zwischen den Geschiedenen, Versorgungsausgleich und Sorgerechtsangelegenheiten innerhalb des Scheidungsverfahren zu bearbeiten und rechtsgültige Entscheidungen zu treffen. Aus rechtlicher Sicht besteht kein Unterschied zwischen dem weiblichen und dem männlichen Part der Scheidungsbeteiligten. Die Gerichte sind in der Lage, neutrale Entscheidungen, unabhängig vom Geschlecht zu treffen und gerechte Ausgangspositionen für einen Start in das Leben außerhalb der bisherigen Familienatmosphäre zu erwirken.

Soviel zur Theorie. Die Praxis sieht natürlich sehr viel anders aus, auch wenn die gesetzlichen Grundlagen eine gute Basis sind, auf der es noch viel zu Erreichen gibt. Sicher sind unsere beherzten Politikerinnen und Politiker in wenigen Jahrzehnten in der Lage, wirklich faire Grundbedingungen für Frauen und Männer zu schaffen, die nicht nur bei einer Scheidung ausgewogene Familiensituationen begünstigen.

Momentan allerdings liegt das Hauptproblem in der Anwendung des Familienrechts noch in der extremen Unausgewogenheit von Männereinkommen und Fraueneinkommen und im Gegenzug im Ungleichgewicht weiblicher und männlicher Familienverantwortung. Obwohl vor dem Gesetz für alle selbstverständlich dieselben Regeln gelten, sieht die Realität ganz anders aus. Das aktuelle Familienrecht auf die Standardsituation einer heutigen Familie angewandt, hinterlässt in den allermeisten Scheidungsfällen eine unterhaltsberechtigte Mutter der die Erziehung, Betreuung und Versorgung der Kinder obliegt und einen voll berufstätigen Vater, der aufgrund eines geteilten Sorgerechts zwar in Entscheidungen bezüglich der Kinder zu 100 Prozent eingebunden wird und auch ein fest geregeltes Umgangsrecht besitzt, aber dennoch im Lebensalltag der Kinder eher außen vor ist. Auch wenn dies sehr nach einem Klischee klingt; es ist lebenspraktischer Alltag.

Die Tatsache, dass die Ungleichheit innerhalb familiärer Strukturen bis heute praktisch kaum aktiv angegangen wird ist schon daran deutlich abzulesen, dass es kaum differenzierte statistische Angaben über den Verbleib ehelicher Kinder bei der Mutter oder dem Vater gibt. Lediglich die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die nach der Scheidung der Eltern bei einem Elternteil verbleiben, werden aufgelistet. Sucht man weiter nach statistischen Angaben, so tauchen sehr schnell Zahlen auf, welche die Verteilung der Alleinerziehenden innerhalb der Geschlechter angeben. Zu über 80 Prozent sind es Frauen, die alleinige Verantwortung für den Lebensalltag der Kinder tragen! Weiterführende Informationen lenken die Aufmerksamkeit direkt weiter zum unverhältnismäßig höheren Armutsrisiko Alleinerziehender, mangelhaften beruflichen Chancen und vielen weiteren gesellschaftlichen Problemfeldern.

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