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Recht und Gesetz

Recht und Gesetz

Jede Gemeinschaft braucht Regeln.

Und je größer der Kreis der Mitglieder, desto wichtiger ist ein ausgeklügeltes System an Normen, um das Miteinander zu organisieren. Zielsetzung ist dabei einerseits Konfliktvermeidung und andererseits ein gerechtes Auflösen von Konfliktfeldern.

Besonders schwierig gestaltet sich diese Zielvorgabe innerhalb eines politischen Gefüges wie dem eines Staates. Dort wo vielen Millionen Menschen miteinander klarkommen müssen, verlangt es nach einem einheitlichen System von Rechtsnormen und Gesetzen. Sie sind es, die Rechte und Pflichten des Einzelnen klar definieren und deren Einhaltung kontrollieren. Am Ende des Systems stehen Strafen, deren Abschreckungswirkung schon für sich gesehen hilfreich der Einhaltung gebotener Gesetze dient.

Häufig werden Recht und Gesetz vordergründig als Beschneidung persönlicher Freiheit betrachtet, vor allem in bereits verfahrenen Streitsituationen gegensätzlicher Seiten. Ein Gericht wird sich schwer tun, beide Parteien mit dem Gefühl gerechter Behandlung aus dem Konflikt zu entlassen.

Unverzichtbare Bedeutung von Recht und Gesetz

Dabei wird die unverzichtbare Bedeutung von Recht und Gesetz im Alltagsleben tatsächlich unterschätzt. Betrachtet man beispielsweise die Ordnungsfunktion des Rechts im Bereich des Straßenverkehrs so wird man sich schnell klar darüber, wie kompliziert das Leben wäre, wenn nicht mit Vorschriften und einheitlichen Verkehrsregeln die Basis für die gemeinsame Nutzung der Verkehrswege geregelt würden. Vermutlich würden wir schon allein beim Weg zur Arbeit im Chaos versinken.

Jeder Mensch, der in unsere Gesellschaft hinein geboren wird, ist bereits Teil des politischen Systems. Ohne dass er gefragt würde, ist er Träger von Rechten und Pflichten. Und so mancher stellt sich die Frage, wo dabei seine eigene Freiheit bleibt.

Wer sich aber nach Anarchie und Freiheit sehnt,

der stelle sich sein Wunschbild bis zu Ende vor, mit allen Konsequenzen. Wie würde unser Staat aussehen, wenn es keine allgemeingültigen Gesetze gäbe? Wenn wir nicht alle das Recht auf die Annehmllichkeiten einer gut ausgebauten Infrastruktur hätten? Wenn es keine Strafe gäbe für den, der einem anderen etwas wegnimmt oder ein Leid zufügt?

Positiv an einem solchen Szenario ist die Möglichkeit, dass ein bisher nicht genutztes Potenzial an moralischer und sozialer Eigenverantwortung innerhalb der Bevölkerung zum tragen käme. Sicherlich gibt es eine goße Anzahl von Menschen, die ihre Freiheit nicht ausnützen würden, oder vielleicht nur ein bißchen. Aber was wäre mit den anderen? Wer würde den Ehrlichen vor dem Unehrlichen schützen? Wer den Schwachen vor dem Starken? Es ist ein Naturgesetz, dass sich der Stärkere durchsetzt.

Ein Wunschbild wäre die Mischform, in der Recht und Gesetz zwar Orientierung geben, die Menschen sich aber in solidarischer Eigenverantwortung so verhalten, als würden sie derer nicht brauche.